Freie-Wähler-Vorschlag wäre eine Millionen-Bauruine
FDP und Pro Augsburg kritisieren den jüngsten Vorstoß des OB-Kandidaten der Freien Wähler, Hannes Aigner, zum Staatstheater. Dessen Forderung nach einem Kostendeckel und Baustopp hätte eine rund 400 Millionen Euro teure Bauruine zur Folge. Stattdessen gelte es, die Sanierung ohne weitere kostentreibende Verzögerung fertig zu stellen.
„Es ist schon verdächtig, dass OB-Kandidat Hannes Aigner kurz vor den Wahlen das Gegenteil dessen fordert, was seine Freien Wähler im Stadtrat beschlossen haben. Offensichtlich sind seine Parteifreunde Peter Hummel, Regina Stuber-Schneider und Hans Wengenmeir durch ihre Stadtratsarbeit einfach tiefer in die Materie eingearbeitet als Herr Aigner“, kommentiert Iris Steiner, die OB-Kandidatin von FDP und Pro Augsburg.
Steiner, die zwischen 2009 und 2011 als Kulturkoordinatorin bei der Stadt tätig war, fragt sich, ob Aigner die Folgen seiner Forderung bedacht hat. „Ein Baustopp bei Erreichen der Kostengrenze würde bedeuten, dass wir mitten im Augsburger Zentrum eine 417 Millionen Euro teure Bauruine stehen hätten. Auch eine erneute Umplanung ist keine Option mehr, wenn man Wert auf die Kosten legt. Die Änderungen, die zwischen 2020 und 2022 für das kleine Haus in Auftrag gegeben wurden, haben wegen der gleichzeitig steigenden Baukosten dazu geführt, dass wir für dasselbe Geld ein kleineres Theater bekommen haben. Diesen Fehler sollten wir nicht aus bloßem Wahlkampfkalkül wiederholen.“
FDP und Pro Augsburg verweisen darauf, dass bei einem Baustopp die Förderung des Freistaats Bayern, die derzeit die Hälfte der angefallenen Kosten trägt, wegfallen würde. Zudem seien die Interims-Spielstätten, die Herr Aigner beim Erreichen des Kostendeckels weiter benutzen möchte, auch nicht umsonst zu haben. Zum einen müssten sie nach 10 Jahren Interimsbetrieb aufwändig erneuert werden. Andererseits beträgt die Jahresmiete für Spielstätten, Lager und Stellplätze Stand heute 2,7 Millionen Euro.
Für FDP und Pro Augsburg ist daher klar, dass die Sanierung des Staatstheaters ohne weitere Verzögerungen fertiggestellt werden muss. Jede Verzögerung treibe die Kosten noch weiter in die Höhe.
