Busreisende nicht im Regen stehen lassen

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Haltestelle Biberbacher Straße: das ist der erste und letzte Eindruck, den Augsburg-Besucher von der Stadt erhalten, wenn sie mit dem Fernbus anreisen

Die FDP hält an ihrer Forderung fest, in Augsburg einen echten Busbahnhof für Fernbuslinien zu errichten. Die ungeschützte Haltestelle an der Biberbacher Straße im Industriegebiet Augsburg Nord halten die Freien Demokraten angesichts der gestiegenen Bedeutung des Fernbusmarktes nicht mehr für tragbar. „Seit der Liberalisierung 2013 haben sich die Fahrgastzahlen von 3 auf 16 Millionen pro Jahr mehr als verfünffacht, die Zahl der angebotenen Linien hat um fast 300% zugenommen“, erklärt Katrin Michaelis, die Vorsitzende der Augsburger FDP. „Immer mehr Besucher kommen mit dem Bus nach Augsburg. Wollen wir wirklich, dass der erste und letzte Eindruck, den sie von unserer Stadt kriegen, der ist, dass wir sie an einer ungeschützten Haltestelle im Regen stehen lassen? Wir brauchen endlich ein Fernbusterminal mit sanitären Einrichtungen und einem Wartebereich!“

Einen entsprechenden Antrag hatte die Freien Demokraten bereits im Spätsommer in den Augsburger Stadtrat eingebracht. Damals handelte sich FDP-Stadtrat Markus Arnold aber eine ablehnende Stellungnahme der Stadtverwaltung ein. Irrtümlich, wie Arnold annimmt. „Die Stadtverwaltung argumentierte, dass sich Augsburg wegen der angespannten Haushaltslage kein Fernbusterminal leisten könne. Dabei sieht unser Antrag eine finanzielle Beteiligung der Stadt gar nicht zwingend vor.“

Stattdessen wollen die Liberalen den Bau und die Bewirtschaftung des Bus-Terminals nach dem Vorbild der Stadt Hannover ausschreiben und einem privaten Betreiber übergeben. „Damit wäre der Ausbau des Fernbusbahnhofs also kein Ausgabeposten für die Stadt Augsburg“, so Arnold weiter. „Wir könnten Reisenden, die auf das kostengünstige Transportmittel Fernbus angewiesen sind, aber ein Mindestmaß an Komfort bieten und uns als Stadt anständig präsentieren.“

Dass sich die Freien Demokraten nun im zweiten Anlauf mit ihrer Forderung durchsetzen werden, davon ist die Augsburger Kreisvorsitzende Michaelis überzeugt. „Auf Bundesebene gab es zunächst auch die übliche Bedenkenträgerei als die FDP die Liberalisierung des Fernbusmarktes forderte“, so ihr Resümee. Die Streikwelle der Lokführergewerkschaft GdL Anfang dieses Jahres habe aber auch den letzten Zweiflern vor Augen geführt, wie wichtig und richtig es war, auf dem Markt Alternativen zur Deutschen Bahn zuzulassen. „Das sollten wir auch bei der Weiterentwicklung der Augsburger Infrastruktur nicht vergessen. Wir haben uns als Stadt Augsburg dazu durchgerungen, Millionen in den Ausbau des Hauptbahnhofs zu investieren. Also müsste es uns auch relativ leichtfallen, den zweiten Verkehrsknotenpunkt auf ein Niveau zu bringen, das unserer Stadt angemessen ist. Zumal, wenn die Kosten hierfür von einem privaten Betreiber übernommen werden.“


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