Wahlprüfsteine zum Kommunalwahlprogramm 2020

Auf dieser Seite veröffentlichen wir unsere Antworten auf Anfragen diverser Gruppierungen zu unserem Programm für die Kommunalwahl 2020 in Augsburg.

So haben Sie die Möglichkeit, sich zu ausgesuchten Themen der Kommunalpolitik ein noch klareres Bild unserer Ziele und Standpunkte zu machen.

Wahlprüfsteine:

  1. Greenpeace

1. Greenpeace: „Wege aus der Waldkrise“

  1. Naturverjüngung oder Pflanzung?

    Inwieweit ermöglichen und fördern Sie Naturverjüngung, um dem Wald die Chance zu geben, sich an die klimabedingten Veränderungen anzupassen? Naturverjüngung ist der Pflanzung immer vorzuziehen, da die heimischen Bäume am besten an die jeweiligen Standorte angepasst sind. Nichtstandortheimische Bäume wie Douglasie oder Roteiche sollen grundsätzlich nicht gepflanzt werden, um die Arten- und besonders die Bodenvielfalt nicht weiter zu gefährden. Größere labile Nadelwaldbestände sollten mit standortheimischen Baumgruppen unterpflanzt werden, um bei dem zu erwartenden Zusammenbruch des Altbestandes eine nächste standortheimische Generation von Bäumen dort stehen zu haben.

    1. Auf wieviel Hektar Schadensfläche wurde Naturverjüngung Vorzug gegeben? Welche Baumarten wurden auf wieviel Hektar in den letzten 2 Jahren gepflanzt?

      FDP Augsburg:

      Bitte wenden Sie sich ans Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen der Stadt Augsburg

    2. Wie ist in Ihrer Fraktion die Planung für zukünftige Pflanzungen?

      FDP Augsburg:

      Grobe Planungen für zukünftige Pflanzungen sind klimatolerante Stadtbäume, für die die Stadt Augsburg ja bereits in mehreren Projekten teilnimmt. Zudem setzen wir uns für Ersatzpflanzungen ein, die durch nicht vermeidbare Fällungen notwendig werden. Maßnahmen zum Waldumbau in der Augsburger Region – sei es durch Naturverjüngung oder das Pflanzen (nicht-) heimischer Baumarten – unterstützen wir im Sinne der Anpassungen an den Klimawandel natürlich.

  2. Was tun mit Borkenkäfer und Windwurf?

    Schadensflächen, z. B. durch Sturmwurf oder Borkenkäferkalamität, sollten soweit es geht der Natur überlassen werden. Statt weiter in die Natur einzugreifen, muss den im Rahmen der Klimakrise durch Dürre, Feuer oder Insekten geschädigten Waldflächen der notwendige Raum gegeben werden, sich selbst zu regenerieren und sich an die klimatischen Veränderungen anzupassen. Dass der Wald sich selbst regenerieren kann, zeigen die Ergebnisse aus dem Nationalpark Bayerischer Wald eindrucksvoll. Großflächige Räumungsarbeiten hingegen richten zusätzlichen Schaden an. Auch Pestizideinsatz ist nicht zielführend. Verkehrssicherungsmaßnahmen entlang der Wege und für den Arbeitsschutz notwendige Maßnahmen sollten aber durchgeführt werden. Auf die zu erwartenden Zusammenbrüche von Waldteilen wird aber auch ein Kommunikationskonzept notwendig sein, um dem Waldbesucher die Zusammenhänge zu erklären.

    1. Wie viele Schadensflächen sind in den letzten 2 Jahren im Kommunalwald angefallen und wie wurde damit umgegangen?

      FDP Augsburg:

      Bitte wenden Sie sich ans Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen der Stadt Augsburg

    2. Plant Ihre Fraktion hier eine Richtungsänderung hin zu mehr Zulassen von Veränderungen?

      FDP Augsburg:

      Der entscheidende Teil in Ihrer Vorbemerkung ist „soweit es geht“. Soweit es geht sollte vor allem Sturmwurf als Totholz liegen bleiben, damit dieses als notwendiger Lebensraum im Wald seinen Platz findet. Jedoch muss individuell je nach Forst und Waldstück entschieden werden, ob Totholz nicht doch zur Schädlingsbekämpfung entfernt werden sollte.

  3. Kohlenstoffsenke

    Eine drastische Reduzierung des Holzeinschlages wird notwendig sein, um den Wald wieder alt werden zu lassen. Dies reichert zum einen Kohlenstoff an, zum anderen wird der bedrohten Artenvielfalt, die häufig auf alte Bäume angewiesen ist, die Möglichkeit gegeben, sich wieder auszubreiten. Das Waldvisionskonzept von Greenpeace und der Naturwaldakademie zeigt, dass die Vorratsanreicherung für das Klima essenziell ist (waldvision.de). Der Effekt der Vorratsanreicherung ist für die Kohlenstoffspeicherung höher als eine künstliche Wiederbepflanzung.

    1. Wie hoch ist in Ihrem Kommunalwald der aktuelle Holzvorrat, Zuwachs und der Einschlag?

      FDP Augsburg:

      Bitte wenden Sie sich ans Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen der Stadt Augsburg

    2. Was plant Ihre Fraktion um den Holzvorrat zu erhöhen?

      FDP Augsburg:

      Der Schutz alter Bäume ist auch für uns der effektivste Schritt, um die Kohlenstoffsenke Wald zu erhalten. Die notwendigen finanziellen Anreize für Waldbesitzer müssen jedoch primär vom Freistaat Bayern gestellt werden.

  4. Naturwälder

    Die nationalen Schutzziele müssen zur Erhöhung der Diversität implementiert werden. Somit kann gleichzeitig die CO2-Senke Ökosystem Wald gefördert werden. 10 Prozent der öffentlichen Wälder – und dazu gehören auch die Kommunalwälder – sollten bis 2020 aus der forstlichen Nutzung genommen werden – ein Ziel aus der Nationalen Biodiversitätsstrategie. Für große Flächen gibt es für die Kommunen neuerdings auch die Möglichkeit einer staatlichen Förderung aus dem Wildnisfond.

    1. Wie hoch ist der derzeitige Anteil an nutzungsfreien Waldflächen in Ihrem Kommunalwald?

      FDP Augsburg:

      Bitte wenden Sie sich ans Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen der Stadt Augsburg

    2. Was plant Ihre Fraktion, um mehr Naturwälder zu schaffen? Wie viel Hektar sollen bis wann aus der forstlichen Nutzung genommen werden?

      FDP Augsburg:

      Genaue Hektaranzahlen können wir Ihnen leider nicht liefern. Jedoch sollte auch die Stadt Augsburg im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen Teil für das Ziel der Nationalen Biodiversitätsstrategie beisteuern und – wenn möglich – sich auch um Förderungen aus dem angesprochenen Wildnisfond bemühen.

  5. Eingriffe in das Ökosystem Wald

    Eingriffe in das Ökosystem Wald sollen nur erfolgen, wenn sie zur Überwindung der Klimakrise notwendig sind. Regenerative Energien sollten unter Anwendung der Kriterien des BfN zur Windkraft grundsätzlich gefördert werden. Eine energetische Nutzung von Holz durch z.B. Pellets sollte nur unter Beachtung der Kaskadenwertschöpfung durchgeführt werden. Waldverlust für klimaschädliche Zwecke (z.B. Straßenbau, Gewerbeflächen und Abbau von Bodenschätzen) muss vermieden werden.

    1. Welche derartigen Eingriffe sind in Ihrer Kommune geplant?

      FDP Augsburg:

      Bitte wenden Sie sich ans Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen der Stadt Augsburg

    2. Was plant Ihre Fraktion, um eine Priorisierung auf klimaschutzrelevante Eingriffe vorzunehmen?

      FDP Augsburg:

      Im Falle von Privatwald wollen wir den Besitzern nicht vorschreiben, wie sie ihren Wald bewirtschaften sollen; wobei wir auch großes Vertrauen in sie haben, ihren Besitz fachgerecht zu pflegen. Im Falle der energetischen Nutzung von Holz stimmen wir Ihnen zu, dass nicht primär bestehende Wälder abgeholzt werden sollten, sondern bevorzugt Abfallprodukte aus der Holzproduktion hierfür verwendet werden sollen. Waldverlust zur Erschließung neuer Infrastrukturen sollte, kann aber nicht immer vermieden werden. Die Pflanzung von Ausgleichsflächen wäre im Fall der Fälle angebracht.

  6. Wildmanagement

    Ziel soll sein, dass sich die standortheimischen Baumarten ohne Zaun verjüngen lassen. Hohe Schalenwildbestände können massive Auswirkungen auf die neue Waldgeneration haben. Um eine möglichst naturnahe Baumartenvielfalt zu erhalten müssen auch angepasste Wildmanagementmaßnahmen getroffen werden. So führen Wildfütterungen zu unnatürlich hohen Wildbeständen. Auch eine auf Trophäen ausgerichtete Jagd erhöht die Wilddichte. Langfristige Jagdpachten bergen für die Kommune als Eigentümerin das Risiko, dass nicht auf die aktuelle Situation passend reagiert werden kann.

    1. Wie erfolgt das derzeitige Jagdmanagement (langfristige Verpachtung, Jagd durch eigenes Personal oder Regiejagd)?

      FDP Augsburg:

      Bitte wenden Sie sich ans Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen der Stadt Augsburg

    2. Was plant Ihre Fraktion, um das Wildmanagement zu verbessern?

      FDP Augsburg:

      Wir stehen zum Motto „Wald vor Wild“. Die gesunde Entwicklung der bayerischen Wälder hat Vorrang vor der Entwicklung der Wildtierbestände Zudem wollen wir die in Bayern noch praktizierte Hegeschau auf Landesebene abschaffen.