FDP Augsburg - Veraltete Sichtweise

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  • Miriam Gruß zum Kommentar von AZ-Chefredakteur Dr. Markus Günther

    Veraltete Sichtweise

    (22.09.2010) Zum Kommentar „Und das ist gut so?“ vom 20. September 2010 in der Augsburger Allgemeinen (Seite 2) hat sich die Bundestagsabgeordnete und FDP-Kreisvorsitzende Miriam Gruß in einem Leserbrief an die Zeitung gewandt. 

    Hier der Brief in voller Länge:



Zu allererst fällt auf, dass eine Hochzeit zum Anlass genommen wird, um einen politischen
Kommentar zu schreiben. Das verwundert und ist sehr außergewöhnlich. Der Kommentar
steht deutschlandweit übrigens in seiner Form alleine da.
Nicht nur der Anlass, auch Inhalt und Wortwahl des Kommentars haben mich sehr irritiert.
Im Zuge der Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare von einer "geistigen
Verirrung" zu schreiben, ist befremdlich.
In unserer Gesellschaft sind unterschiedlichste Lebensformen mittlerweile Normalität.
Familie ist heute dort, wo Menschen generationenübergreifend Verantwortung füreinander
übernehmen. Was Kinder brauchen sind stabile Bindungen. Instabile Bindungen kommen
auch in so genannten klassischen Familien vor. Beispiele davon gibt es leider genügend.
Das Argument, Kinder brauchen eine Mutter und einen Vater würdigt desweiteren die
oftmals schwere Situation von Alleinerziehenden herab.
Mit solchen Kommentaren wird eine veraltete Sichtweise an den Tag gelegt, die sicher nicht
zu mehr Toleranz in unserer Gesellschaft führt - ganz im Gegenteil.

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